Willkommen zum Dritten Hofreitturnier im »kurfürstlich Reissigen Stall« des Dresdner Schlosses. Prächtig geschmückte Reiter vollführen nach historischen Vorlagen Ringelstechrennen wie es uns aus den sächsischen Turnierbüchern überliefert wurde. Unter schallenden Fanfaren und der Aufsicht des Turniervogts fordern die Mentanatoren die Aventurier zu spannenden Rennen. In die noch erhaltene Rennbahn des Stallhofes mit Pallia und Obelisken (Ringhalter) wird eine hölzerne Tribünenanlage installiert, auf dass 2500 Besucher die Kämpfe verfolgen können. Kurfürst Christian II. wird selbst in die Rennen eingreifen. Seine leidige Trunksucht scheint seinen Tatendrang zu beflügeln, doch die Trübung seiner Sinne beschwört die Katastrophe herauf.  
Der Zeugmarkt:
Auf dem Markte um die Pferdetränke erstehen Sie allerlei Waren zum guten Gebrauche. Zuschauen und Staunen beim Werkeln der Handwerker oder schachern bei den Kauffleuten. Der Huf- und der Hofschmied behufen die Pferde. Der Sattler nebenan fertigt das Zaumzeug von Hand. Beim Büchsenmacher erfährt man über die moderne Feuersteinmethode. Und beim Becken gibt’s das leckere Brot wie zum Adventsmarkt. In der Taverne zapft man das dunkel Bier, welches unseren Churfürsten das Liebste ist. Und für die Kindlein ist eine echte Rüstkammer eingerichtet, Schwert, Pike, Harnisch und Schild für die Verteidigung.


Anno 1611

Die Zeit der großen Entdeckungen. Galilei, Brahe und Keppler doktern an ihren astronomischen Fernrohren.  Das Feuersteinschloß übernimmt das Luntenschloß in Handfeuerwaffen. In Hamburg wurde die Klassenlotterie gegründet. Das Abendland kennt etwa die Hälfte der Erdoberfläche. Die Prügelstrafe an deutschen Schulen ist eingeführt. Kegelbahnen sind auf Volksbelustigungen anzutreffen. Erste Unruhen im katholischen Irland gegen protestantische Engländer. Die Schallgeschwindigkeit der Luft wird gemessen.

Die Weltumsegler wurden die Helden der Zeit. Die Türkenkriege öffneten, wie es einst die Kreuzzüge getan hatten, den Blick in die geheimnisvolle Welt des Orients. Der weltpolitische Aufstieg des elisabethanischen England warf seine Schatten über das kontinentale Europa; bald spiegelten die englischen Schauspielertruppen auch in Nord- und Mitteldeutschland den geistigen Aufschwung ihrer Heimat, den weltweiten und beseelten Glanz der Shakespeareschen Bühne und ihrer Menschen wider.

Die Spanier drangen vom Wiener Hofe und von den süddeutschen Plätzen werbend für den kämpferischen Katholizismus vor. Die ersten Jesuiten als Bannerträger der Gegenreformation konnten zwar unmittelbar dem Mutterlande des Luthertums keine Gefahr bringen, aber der Vorabend des Dreißigjährigen Krieges war aufgezogen. …die Scheiterhaufen lodern, religiöser Wahn, egal ob protestantisch oder katholisch, zehrt Hunderttausende in die Flammen.

Im Sachsenlande übernahm Christian II. 1601, nunmehr mündig, die Amtsgeschäfte. Seine Zeitgenossen nannten ihn „das fromme Herz“, aber zu rühmen fand sich eher seine Neigung zu Jagd und pompösen Festen. Er läßt sich die seinerzeit brillanteste Rüstung im „alten Europa“ anfertigen. Sie gilt als vollkommenstes Kunstwerk der Eisenbearbeitung durch Treiben, Tauschieren, Vergolden und Blauen.

 

 Christian II. Churfürst zu Sachsen
(geb.23.9.1583 DD gest. 23.06.1611 DD)

Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm. Schon der Vater (Christian I.) unterlag der leidigen Trunksucht mit 32 Jahren. Sein ältester Sohn, eben Christian II., erzählte zuweilen genußvoll und lobheischend, er sei über weite Strecken nicht nüchtern gewesen und habe dennoch sein schwieriges Amt ausgeübt. Nüchtern wird er wohl auch nicht bei jenem Ringrennen in Dresden gewesen sein, daß ihm 1611 erst 28jährig sein Leben kostete. Es war ein warmer Sommertag, und während des Wettkampfes hatte sich der Kurfürst so erhitzt, daß er der Abkühlung bedürfe. Ein kühler Krug Bier mußte her, der ihm eiligst gereicht wurde. Die Hitze und sein Leben ward ihm genommen, Christian II. traf ein tödlicher Schlag.
 

Turniere damals im Herzogtum Sachsen

Turniere im markgräflichen Sachsen sind seit dem 11. Jahrhundert belegt. An den kurfürstlichen Höfen wurden seither prachtvolle Turniere ausgestattet. Um 1500 kam in Deutschland eine neue Turniergattung auf, die bald dem Stechen seinen Rang streitig machen sollte: das Rennen. Mit dem Turnierbuch Johanns des Beständigen beginnenden Aufzeichnungen der«Scharffrennen und treffen» im Zeitraum von 1487 bis 1566. Ein von Kurfürst August angeordnetes welsches Gestech ist für die Fastnacht 1557 belegbar. Der Kurfürst ließ den Dresdner Rat entweder auf dem Markt, im Schloß oder Zwinger (an der Stadtmauer) eine Bahn von Stroh, Sand oder Ziegeln herstellen, die nach Beendigung der Ritterspiele wieder beseitigt wurde.Diese kostspieligen Installationen der Arenen mag Kurfürst Christian I. dazu bewegt haben, den Ausbau des Stallhofes zu veranlassen, um darin dauerhaft Turniere zu veranstalten. Anhand der vorher und in späteren Jahren stattgefunden Turniere und Rennen können wir heute ein ziemlich genaues Bild der Rennen im Entstehungsjahr nachvollziehen. Damals wie heute ging es um fidele Belustigungen und da könnten die Marginalien schon mal die derben Flüche der Turniervögte als auch die Späße der Hofnarren übersehen haben.

Lassen Sie sich beeindrucken von den aufwendigen Einbauten in den Stallhof, den prächtig geschmückten Reitern, den zierlichen Hofdamen, folgen Sie dem Ruf der Fanfaren und amüsieren Sie sich königlich beim „churfürstlich sächsischen Ritterturnier“.

 

Die Akteure

Der Churfürst Christan der II. der Mantenatore (Herausforderer)
Die Gemahlin Markgräfin Hedwig Prinzessin von Dänemark
Die Ritterkämpen samt Knappen hoch zu Ross

Unser Churfürst
daselbst

Nickel von Miltitz
(Sachsen)
Saufkumpan des Cf.,
der Glückspilz

 Heinrich von Bünau
(Sachsen)
der Aristokrat
genannt die Petze

Hartmut
von Tschinski
(Westpreußen)
genannt auch
der  Trickser

Chevalier
Julian du Pont
(Champagne)
der geistreiche Poet
und Galan

Todor Crapilinsky (Deutschordenritter)
der bärenstarke Pole,
ein sympathischer Draufgänger 

Die Aventurier (reisende Ritter) im Gesellenstechen
Der Turniervogt und Herold „Oswald der Herzige“
Die Judiciere und Bajazzos „Basseltan“ -
Schreibstuben- und Rampenhengste Christians Schwester Sophia - Tochter der Markgräfin Sophia von Brandenburg
Die Fanfarenbläser und Hofmusikanten „Scharlatan“
Der Hofnarr „Wimsal“

    Der Ablauf des Turnieres

    1. Ankündigung des Turnieres
    Vorstellung und Prüfung der Ritterbürtigkeit
    Beurteilung der Turnierfähigkeit
    Wappenschau und Helmteilung
    Attestieren von Waffen und Zeug
    Ausrufen der Kampfgesetze und Turnierbeginn

    2. Das Schaarenturnier-
    Die Mantenatoren (Herausforderer) gegen die Aventurier (reisende Ritter) beim Turnier über die Schranken bis die Lanzen brechen, hernach Schwertkampf
    Mann gegen Mann

    3. Das Damenringrennen -
    Die Gemahlin des Fürsten Hedwig Prinzessin von Dänemark im Kutschen-Ringrennen

    4. Die Sauhatz -
    Das Stechen der Wildsau im vollen Ritt zu Pferde

    5. Das Ringrennen der fürstlichen Reiter -
    Das Geschickturnier nach den Ringen der Obelisken

    6. Das Quintanrennen am Carrousel –
    Lanzenstechen wider dem Palus

    7. Das Palliarennen - wälsches Gestech.
    Die Königsdisziplin und Entscheidung des Turnieres

    Ausrufen der Sieger zum Empfang der TurnierDänke

Die Zeiten der Turniere

Öffnungszeiten

TURNIERE

ZEUGMARKT

Freitag, 27.5.

18.00 Uhr

16.00 bis
20.00 Uhr

Samstag, 28.5.

15.00 Uhr
20.00 Uhr

11.00 bis
22.00 Uhr

Sonntag, 29.5.

13.00 Uhr
17.00 Uhr

11.00 bis
19.00 Uhr

Turnier-Eintrittskarten und Preise (incl. Zutritt Zeugmarkt)

Normal

12,- Euro

Ermäßigt

8,- Euro
Kinder 4-16,Schüler,
Studenten, Behinderte

Familienkarte

25,- Euro
Eltern + 3 leibliche Kinder

Kartenvorverkaufstellen (nur für Turnier):

Touristinfo
SCHINKELWACHE  (vor Semperoper)
& PRAGER STR. (Nähe Bahnhof)

Internet:
www.dresden-tourist.de

hier direkt zum Bestellformular:

Freitag, 27.5.

 

18.00 Uhr

Samstag, 28.5.

15.00 Uhr

20.00 Uhr

Sonntag, 29.5.

13.00 Uhr

17.00 Uhr




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Zeugmarkt-Eintrittskarten und Preise (nur Tageskasse)

Normal

3,- Euro

Ermäßigt

2,- Euro
Kinder 4-16,Schüler,
Studenten, Behinderte

im Stallhof des Dresdner Schlosses
27. bis 29.Mai 2005