800 Jahre Ersterwähnung Dreszden
Historien-Spektakel Schlossplatz
14.-23.7.2006
Anlaß genug, das Jubiläum mit einem Historien-Spektakel zu feiern. Die Kumpanei der Mannen und Fruwen von Heureka-Leipzig (Ausrichter historischer und mittelalterlicher Spektakel), sind angeheuert auf dem Schlossplatz den historischen Teil der Jahrhundertfeier auszurichten. Das Schlossumfeld, bietet ob seiner Pracht und Herrlichkeit als auch der anliegenden historischen Bebauung den würdigen Rahmen.
Wir begeben uns in die
Zeit der Renaissance & Reformation,
der eigentlichen wirtschaftlichen und kulturellen Blüte zur Residenzstadt nach der
Leipziger Teilung (1485) des Landes in albertinische und ernestinische Besitzungen.
Trotz Häresie und Aberglaube, trotz drohendem Seelenunheil - die Erde ist eine Kugel geworden.
Die Renaissance - Aufbruch zu neuen Ufern aus dem Dunkel des Mittelalters?
Die Angst und Freude der Erfüllung biblischer Offenbarungen stehen weit mehr im Mittelpunkt der Gesellschaft. Die Menschheit der „Wiedererweckung“ beging nicht den Fehler, den Gang der Zeit mit
Fortschritt zu verwechseln. Sie waren eher geneigt zu denken, es ginge alles bergab, je älter die Welt wurde. Die Nostalgie dieser Zeit hatte daher die positive Kraft, die Menschen dazu zu motivieren,
vergangene Werte aufrechtzuerhalten oder wieder zum Leben zu erwecken.
Lassen Sie sich einfach entführen in die Zeit des Glaubenswandel, als das Volk sich genötigt sah, seine Sünden in bar abzugelten oder gegen eine Unkostenpauschale auf das himmlische Gericht zu hoffen. Der Sprecher des hohen Rates der Stadt Dreszden wird das Publikum durch die Zeitreise führen. Jener, welcher die heilige Ordnung auf dem Plane beherrschet und darob wacht, daß kein Übelhold sich erdreistet mit Aufmüpfigkeit oder ketzerischen Sprüchen die Obrigkeit zu erzürnen.
Das Eröffnungsprozedere des Marktes ist Freitag, 14.7. um 18.00 Uhr mit den geistlichen und weltlichen Würdenträgern. Seine Hoheit Kurfürst Georg, später der Bärtige genannt, nebst Gefolgschaft, daselbst wird das Spektakulum für eröffnet erklären.
Zum Spektakel anreisende Kaufleut, Handwerker und Krämer
Erleben Sie eine Vielzahl des altehrwürdigen Handwerks und seiner Zünfte vom Besenbinder bis zum Zinngießer. Merkwürdig gewandet und mit einer altertümlichen Sprache bieten sie Exotisches und Alltägliches zum guten Gebrauche. Ein Silberschmied mit Fibeln, den Gewandnadeln der alten Zeit, ein Schmied, der Bader in seiner Badestube, ein Holzzeugmacher & Löffelschnitzer, ein Salbenkrämer, ein Spielzeugmacher, die Filzerin, der Drucker, ein Bundschuhmacher, der Glöckchengießer, ein Flötenbauer, ein Kerzenzieher und und und. Natürlich wird der Gaumen zur Freude gereizt werden, beim mittelalterlichen Schmausen an den Tavernen, bei den Wurst- und Garbrätern und Fladenbrotständen. Schwein am Spieß, Pfannkuchen und Knoblauchbrote lassen einem das Wasser im Munde sprudeln. Und falls Petrus es denn gut mit dem Wetter meint, wird reichlich dunkel "Pyre", Saft und "Met" zum Feuchten der Kehlen da sein. Althergebracht wird auch serviert werden, man ist im Fladenbrot oder mit der Hand, neumodisch Faltgeschirre zum Hinwegwerfen ist verpönt und war auch überhaupt nicht üblich.
Die Spiele der Großen und Kleinen
Die landgängige Kinderarche "Medes" verschlingt in ihrem Schiffsbauch unzählig Kinder. So schützt sie vor den Wellen des Zeitgeistes, um sie dann zum allerjüngsten Gericht zu schippern. Die Attraktion des Platzes ist ein futuristisches Gerätum namens "Handkurbelriesenrad ". Hier geht es vertikal die Runde und den kleinen Fahrgästen kribbelt es ganz schön im Bauch, wenn die Kurbler nur mit Armkraft, unter lautem Gekreisch der Kindlein, allzu kräftig drehen. Auch wird behauptet, es sei das einzige handbetriebene Riesenrad der Erdenscheibe. Bei der zünftigen Handwerkerschaft kann man lernen wie es geht, einen Korb zu flechten oder beim Schmied einmal selbst den Hammer zu führen. Bei der Blumenfee flicht sich der Jungfernkranz. Beim Kerzenzieher werden die aufgehenden Lichter gefertigt und beim Steinmetzen kann man die Steine behauen.
Wichtig zu wissen, dass in der Woche Dienstag bis Donnerstag immer 1.00 das GROSSE VOGELSCHIESSEN stattfindet. Mitmachen kann jeder der die Armbrust gezielt zu halten vermag und einen Obulus von 5 Euronen entrichtet. Je mehr daran teilnehmen, desto mehr können die letzten zwei an Gewinn einheimsen.
Die Spilluden, Possenreißer & Komödianten
Auf der Bühne wird täglich eine Attraktion nach der anderen, den Besucher aufs Trefflichste amüsieren. Die Spielereien der Vaganten und Gaukler beginnen immer eine Stunde nach Markteröffnung und erfolgt ohne Unterlaß bis in die Nacht nach dem Plane, der an den Portalen, an der Bühne und am Holzrathaus angeschlagen sein wird.
“Scharlatan” (14.-20.7.) - aus sächsischen Landen, sind in ihrer unübertroffenen Redseligkeit, ihrer
bewundernswürdigen Spielkunst und absonderlichen Komik eine Weidung für entnervte Neuzeitmenschen.
Ab und an beehrt die haus- und hofeigene heureka-Pelle "In Validus" das Markt-Terrain. Ganz unter
dem beliebten Motto „Dudeldödels und Leiern aller Länder peinigt euch“. Furiose Tanzmusiken aus alten Zeiten arrangiert zu groovigen Rythmen.
Spielleute „Varius Coloribus“ (21.- 23.7.) Das sind lautstarke und wilde Tanzmusiken aus ferner Zeit und allen Himmelsrichtungen, in Andacht an die vagabundalen Spielleute des Mittelalters. Sie beherrschen es fürtrefflich die
Sackpfeifen zu malträtieren, daß es einem nur so in den Ohren saust. Tobende Dudelsäcke, schreyende Schalmeyen durchzogen von donnernden Trommeln und Pauken.
Der Sprecher des hohen Rates der Stadt ”Oswald vom weisen Stein“ ist der gelehrigste Mann weit und breit. Mit seinen mannigfaltigen Fähigkeiten, dem lauthalsiges und geistreiches Vokabular, verdingt er sich bei den
erlauchtesten Fürstenhäusern des Sachsenlandes. Er ist des Lateinischen mächtig und ist darauf bedacht das die heilige Ordnung auf dem Plane nicht ins Wanken gerät… In Order der römischen Kurie und in Weisung unseres klugen
Landesvaters Georg ist er angetreten diesen protestantisch renitenten Unglauben aus der Stadt zu vertreiben.
Die Schmierenkomödianten “Rokus Kokus” bringen die Neuigkeiten und Intrigen der fremden Königshäuser in Wort und Bild. Köstlichstes Schmierentheater, ungewollte Entzückungen, scharfe Nonsensen, merkwürdige Fabularien und Sprachgrotesken der ungehörten Art. Sie entlehnen ihre Zoten den vagabundalen Spielleuten des Mittelalters. Sie arbeiten in der Tradition der fahrenden Komödianten und sind Wandertheater bis in die heutige Zeit.
„Xander“ der Narr - seine kurfürstliche Nase-Weisheit,
Possenspiel und Narretei. Er darf was andere schon immer wollten tun zu dürfen.
Unglaubliche Attraktionen des weitgereisten Jogglers
„Benjamin Smalls“ aus ange
lsächsischen Landen. 
Der legendäre “Frenkman” ist wieder da.
Seine Verbaläquilibristik führt zu schmerzhaften Schreikrämpfen und lustvollen Tränen in den Augen.
Das Tanzwibb “Utara” -
vergeht sich am feurigen Element und
beeindruckt mit leidenschaftlichen Tanz
zum Gedöns der Trummeln und Zimbeln.
Der Herre Wernher von Lichtenstein - Bänkelsang und Bardenspiel.
Erschröckliche und amüsante Musik aus 5 Jahrhunderten.
Die Sonderkonzerte:
Freitag, 14.7. „Faun“ -
Der Vergleich mit den schönen Seiten des Herbstes liegt nahe: Ein
mystischer Nebelhauch aus der Vergangenheit, viele bunte Blätter und ein frischer Wind. Hier treffen althochdeutsche Zaubersprüche auf Harfe, Dudelsack, Drehleier und Schlüsselfiedel. Mehrstimmiger Gesang verschmilzt mit elektronischen
Klanglandschaften und archaischen Rhythmen zu einem beschwörenden Ganzen.
Am Samstag den 15.7. das große Nachtspektakel
mit den grandiosen Spielleuten
„Cultus Ferox“ – unerhörte brachiale Dudelsackmusik
…und würde der Antichrist sein lästerliches Antlitz zeigen, dann wahrscheinlich in der Dröhnung und der Wummerung dieser Spielleute. Los geht es gegen 23.00 Uhr auf der Schlossbühne.
Am zweiten Samstag (22.7., 23.00 Uhr) erhebt nach dem Gaudium der Spielleute die
Folk-Rock-Band „Eichenschild“ ihre schweren Schilderungen.
|
|||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
Weitere Stadtfestinfo unter
www.dresden800.de